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Selbstwirksamkeitserwartung im Rehabilitationsprozess


Joanna Pidanty - April 4, 2022 - 0 comments

Die Selbstwirksamkeitserwartung (engl. perceived self-efficacy) ist ein Schlüsselkonzept in der Gesundheitspsychologie, weil es die Umsetzung gesundheitsfördernder Veränderungen fördert. Der Glaube an die eigene Wirksamkeit beeinflusst die Bewältigung von Krankheiten und hilft in der Tat beim Erreichen von gesundheitlichen Zielen. Die Steigerung des Bewusstseins des Patienten für die eigene Wirkungskraft beeinflusst die Effektivität der Rehabilitation und verbessert die Gestimmtheit.

Selbstwirksamkeitserwartung

Das Konzept der Selbstwirksamkeitserwartung wurde vom kanadischen Psychologen Albert Bandura entwickelt. Dieses Konzept bezieht sich auf die Überzeugung des Individuums von seiner eigenen Fähigkeit, mit den Ereignissen der umgebenden Realität fertig zu werden. Die Selbstwirksamkeitserwartung kann als Glaube an den Erfolg des eigenen Handelns bezeichnet werden. Menschen mit einer hohen Selbstwirksamkeitserwartung zeigen Hoffnung auf Erfolg in ihrem Handeln. Patienten mit geringer Selbstbewusstseinserwartung werden von einem Gefühl der Hoffnungslosigkeit und depressiver Gestimmtheit begleitet, sowie einem mangelnden Vertrauen in die eigene Kraft und in den Sinn des unternommenen Handelns. Eine geringe Selbstwirksamkeitserwartung wird mit Depressionen, Angst und Hilflosigkeit in Verbindung gebracht. Im Rahmen der Rehabilitation entscheidet der Grad der Selbstwirksamkeitserwartung darüber, ob der Patient eine Aufgabe annimmt, sich anstrengt und Beharrlichkeit bei ihrer Umsetzung zeigt.

Hochgradige Selbstwirksamkeit gibt Energie und verleiht Motivation zum Handeln.

Wirksamer Patient in der Rehabilitation

Bei der Diskussion von Behandlungs- und Rehabilitationserfolgen wird oft nicht die Wirksamkeit des Patienten bedacht. Vielmehr konzentriert sie die Diskussion zumeist auf die Wirksamkeit von Medikamenten, Methoden und medizinischen Maßnahmen. Damit der Heilungsprozess gelingt, ist aber auch eine aktive Einstellung des Patienten wesentlich. Schließlich ist der Erkrankte kein passiver Leistungsempfänger im Rehabilitationsprozess. Für das Erzielen der besten Ergebnisse ist die Mitarbeit, Beharrlichkeit und ein starkes Gespür für den eigenen Einfluss auf das Ergebnis erforderlich. Der Patient muss von seiner Selbstwirksamkeit überzeugt sein. Auch im Krankheitsfall ist der Mensch in der Lage, sich selbst Ziele zu setzen und sich zum Handeln zu verpflichten, solange er über eine starke Selbstwirksamkeitserwartung verfügt. Je höher die Selbstwirksamkeitserwartung, desto höher die Handlungsmotivation und desto besser fallen die Leistungen aus. Ein Patient mit einer hohen Selbstwirksamkeitserwartung hält sich an die medizinischen Empfehlungen und zeigt Beharrlichkeit bei der Umsetzung der für die Gesundheit notwendigen Maßnahmen. Ein Patient mit einer schlechten Meinung bezüglich seiner eigenen Kompetenzen gibt leicht auf, zeigt eine hilflose Haltung und ist nicht dazu in der Lage, Maßnahmen zu ergreifen oder Empfehlungen umzusetzen. Der Glaube daran, dass er selbst keinen Einfluss auf den Genesungsprozess hat, ist der Grund für die geringe Beteiligung des Patienten an der Rehabilitation. Die Zusammenarbeit mit einem Patienten mit geringem Handlungspotential ist für das Rehabilitationspersonal schwierig und die Effekte der Rehabilitation fallen schwach aus.

Experten bestätigen, dass Selbstwirksamkeit und eine Depression mit den Ergebnissen der Rehabilitation korrelieren

Italienische Forscher untersuchten die Beziehung zwischen Selbstwirksamkeitserwartung, Depression und Rehabilitationsergebnissen. Studien, die an Menschen durchgeführt wurden, die nach einem Schlaganfall mit Depression rehabilitiert wurden, zeigten, dass Patienten mit hoher Selbstwirksamkeit eine schnellere und größere Verbesserung in der Rehabilitation erreichen. Die erzielte funktionelle Verbesserung wirkt sich positiv auf die Gestimmtheit aus. Zu ähnlichen Schlussfolgerungen kam ein polnisches Forschungsteam, das die Rolle der Selbstwirksamkeitserwartung im Rehabilitationsprozess von Patienten nach einem Schlaganfall untersuchte. Die polnische Untersuchungen weisen auf die Notwendigkeit hin, die Selbstwirksamkeitserwartung rehabilitierter Menschen als Schlüssel zum Rehabilitationserfolg zu stärken. Eine hohe Einschätzung der Selbstwirksamkeit ermöglicht die Anwendung effektiver Problemlösungsstrategien im Genesungsprozess. Ein starker Glaube an die Selbstwirksamkeit hilft beim Überwinden von Hindernissen und wirkt sich auf die Lebensqualität der Patienten aus.

Stärkung der Selbstwirksamkeitserwartung

Die Selbstwirksamkeit des Patienten kann gestärkt werden. Die Steigerung der Selbstwirksamkeitserwartung wird beeinflusst durch:

  1. Erfolge – auch kleine Erfolge prägen das Wirkungsempfinden des Patienten. Bereits erzielte Erfolge lassen auf weitere Forstschritte hoffen.
  2. Überzeugungskraft – die verbale Hervorhebung kleiner Erfolge weckt ein Gefühl der Wirksamkeit. Eine Rückmeldung in Form von berechtigtem Lob durch eine Autoritätsperson fördert die Aufrechterhaltung der Motivation.
  3. Emotionen – eine gute Gestimmtheit und ein ruhiges Herangehen an eine Aufgabe steigern die Selbstwirksamkeitserwartung.
  4. Erfahrung – Selbstwirksamkeit wird durch die gesammelte Erfahrung geprägt. Das Erleben von Erfolgen steigert die Selbstwirksamkeitserwartung.
Erfolge machen die Wirksamkeit des eigenen Handelns spürbar und spornen zu weiteren Aktivitäten an.

Verbesserung der Selbstwirksamkeit mit VR TierOne

Im Rahmen einer umfassenden Rehabilitation darf nicht vergessen werden, die Psyche des Patienten zu unterstützen und seine Selbstwirksamkeit zu stärken. Die Therapie VR TierOne stimuliert innere Ressourcen, aktiviert Triebkräfte und verbessert die Gestimmtheit. Durch den Einsatz des Medizingeräts VR TierOne können in kürzerer Zeit bessere Rehabilitationsergebnisse erzielt werden. Dies beruht darauf, dass der Therapiezyklus von VR TierOne mit seinen 8 Sitzungen das Bewusstsein des Patienten für seine eigenen Ressourcen stärkt und seine Wirkungskraft aktiviert. Erfolgserlebnisse in den aufeinanderfolgenden therapeutischen Sitzungen und verbale Suggestionen sind eine Quelle für eine gesteigerte Selbstwirksamkeitserwartung. Die Virtuelle Realität unterstützt positive Emotionen und ermöglicht das Erleben eigener Erfolge. Jede erfolgreich abgeschlossene Aufgabe im virtuellen Garten der Wiedergeburt gibt Kraft für die Bewältigung der nächsten Aufgaben in der realen Welt. Das Ergebnis ist eine Steigerung der Selbstwirksamkeitserwartung, eine erhöhte Motivation, eine proaktive Einstellung und Bereitschaft zur Zusammenarbeit sowie die Übernahme von Verantwortung für die eigene Gesundheit.

Die Therapie VR TierOne unterstützt die Selbstwirksamkeitserwartung im Rehabilitationsprozess.

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